BOLTED

Ein Forum über die Optimierung
von Schraubenverbindungen

Alle Posts des Tags “Expander System”

Eine Lösung für luftige Höhen

Vor fast zwei Jahren begann das US-Unternehmen All Energy Management (AEM) mit der Entwicklung von Nachrüstlösungen und der Schulung von Unternehmen mit insgesamt 1.000 Windkraftanlagen in Großbritannien, den USA, Kanada und Italien.

Bei den Reparaturarbeiten zeigte sich, dass neben den Rotorbohrlöchern auch die Bolzen zwischen Rotorblättern und Rotor vorzeitig verschleißen. Aufwändige Bohr- und Schweißarbeiten auf dem Turm der Windkraftanlage waren aufgrund der Gewichts- und Platzbeschränkungen nicht möglich. Die einzige Lösung war der komplette Austausch von Rotor und Bolzen, was etwa zehn Arbeitstage in Anspruch nahm und 15.000 USD kostete.

Daraufhin diskutierte AEM mit Expander die Entwicklung einer Lösung, mit der sich die Geschwindigkeit erhöhen, die Effizienz und Wartungssicherheit verbessern und letztendlich die Kosten senken lassen sollten. AEM entwickelte ein System zum Bohren der Löcher vor dem Einbau der Bolzen, um eine zuverlässige Verbindung zu gewährleisten. Expander lieferte drei Gelenkbolzen mit drei unterschiedlichen Übermaßhülsen, die je nach Verschleißstadium perfekt in die Löcher passten.

Weniger Teile bedeutet eine schnellere und einfachere Montage, während das Expander System außerdem durch den perfekten Sitz im Bohrloch weiteren verschleißfördernden Bewegungen vorbeugt. AEM verwendet die Lösung bereits seit über einem Jahr und ist mit den Ergebnissen sehr zufrieden. „Statt drei Tage mit vier Arbeitern vor Ort an einer Turbine zu verbringen, dauert die Reparatur jetzt weniger als einen Tag mit nur noch zwei Arbeitern“, sagt Ian Sleger, Operations Manager. „Das Team von Expander ist wirklich bemüht und die Lösung bringt eine deutliche  Entlastung, sodass wir uns jetzt auf andere Dinge konzentrieren können.“

Große Chancen für eine kleine Firma

11 Oktober 2017
Kommentar

Text: Alastair Macduff

Foto: Nord-Lock Group, Viggo Bendz

Seit kurzem beliefert die dänische Firma Viggo Bendz das Unternehmen Stena Recycling mit dem Expander System zum Einsatz in ihren Schrottgreifern – eine potenziell lukrative Entwicklung für eine kleine, unabhängige Firma.

Erstveröffentlichung Bolted #2 2017.

Angesichts weiter sinkender Preise in der Stahl- und Metallindustrie kann die Entwicklung einer erfolgreichen Partnerschaft mit einem großen Kunden erheblich dazu beitragen, einer kleinen Firma die Rentabilität zu sichern. Viggo Bendz hat seinen Sitz im dänischen Høng, an der Westküste von Sjælland, der größten und östlichsten Insel Dänemarks. Das Unternehmen beschäftigt acht Mitarbeiter und stellt Lösungen und Anlagen für die Zerkleinerung, den Abbruch und die Sortierung zur Verfügung. Firmenchef und Eigentümer ist Poul Erik Jakobsen. Er übernahm die Geschäftsführung 2006, nur drei Jahre nach der Gründung des Unternehmens. „Als ich anfing“, sagt er, „hatten wir es hauptsächlich mit Baggern zu tun. Dann eines Tages erkannte ich, dass die Firma auf lange Sicht nicht überleben wird, wenn wir nur bestimmte Arten von Schrauben verkaufen. Wir mussten unsere Angebotspalette erweitern, um am Markt bestehen zu können.“

Von Anfang an war die Fähigkeit, Veränderungen vorauszusehen, für Viggo Bendz sehr wichtig. Derzeit machen Baggerkomponenten, wie z. B. Zähne, Schaufeln, Schneidkanten, hydraulische Hämmer und Greifer, etwa die Hälfte der Geschäftstätigkeit des Unternehmens aus. Die anderen 50 Prozent des Umsatzes stammen jedoch von Maschinen und kompletten Anlagen für die Umweltschutz- und Recyclingbranche. Hauptnutzer des Expander Systems sind Bauunternehmen, aber die Firma hat das enorme Potenzial des Expander Systems für die Recyclingindustrie erkannt, und hier ist Stena Recycling einer der Hauptakteure.

Stena Recycling ist auf fünf Märkten vertreten – Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland und Polen – und hat sich bei allen Geschäftstätigkeiten der Nachhaltigkeit verschrieben. Im Rahmen einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen liefert Viggo Bendz seit mehr als zehn Jahren Standardschrauben an Stena Recycling. Vor kurzem stellte Viggo Bendz seinem Geschäftspartner das Expander System zum Testen an seinen Mehrschalengreifern (siehe Abbildung) vor. Da diese Art von Maschine durch den ständigen und langen Einsatz hohem Verschleiß und starker Abnutzung ausgesetzt ist, hat Stena Recycling die Gelegenheit ergriffen, eine Lösung einzusetzen, die den Wartungsbedarf reduziert, die Sicherheit verbessert und die Lebensdauer der Maschine verlängert. Davon ist Jakobsen überzeugt. Er sagt: „Durch die Einführung des Expander Systems spart Stena Recycling bares Geld. Dank der hohen Qualität stellt das System eine langfristige Investition für sie dar. Angesichts niedriger Marktpreise für Stahl und Metalle ist der Wettbewerb derzeit sehr hart. Und in einer solchen Situation bedeutet eine längere Lebensdauer der Maschinen offensichtlich eine höhere Nachhaltigkeit und Rentabilität.“

Wie wichtig es ist, den heutigen Märkten eine nachhaltige Lösung anzubieten, ist Viggo Bendz nur allzu bewusst. Wenn es um nachhaltige Arbeitsweisen geht, zählt die Recyclingindustrie zu den Segmenten, an denen sich andere Branchen messen müssen, da sich Unternehmen zunehmend auf das Management natürlicher Ressourcen und die Umwandlung von Abfall in neue Rohstoffe konzentrieren. Immer mehr Organisationen sind auf der Suche nach Technologien, die diesen Prozess möglich machen und sich nahtlos in ihre Nachhaltigkeitsstrategie einfügen. Gelenklagerungen anzubieten, die die Haltbarkeit und Langlebigkeit von beweglichen mechanischen Teilen verbessert, bedeutet, einen wichtigen Teil zum Geschäft der Kunden und zur Umwelt als Ganzes beizutragen.

Im aktuellen Geschäftsklima bringt die Aufstellung als kleines, unabhängiges Unternehmen erhebliche Vorteile mit sich, so Jakobsen. „Wir konzentrieren uns auf Qualitätsprodukte, was bedeutet, dass diese Produkte für den Kunden nicht immer die günstigste Lösung sind. Für uns ist es entscheidend, einen hervorragenden Service zu bieten. Dank unserer Größe können wir bei Bedarf flexibel reagieren und schnell die Richtung ändern, um unsere Kunden und auch unser eigenes Geschäft zu unterstützen.“

Die Rolle eines Vertriebspartners für das Expander System passt zum Geschäftsmodell von Viggo Bendz. Das Unternehmen verfügt über eine starke Marktpräsenz in ganz Dänemark und bedient Branchen wie das Bauwesen, die Mineralindustrie und das Schrott-Recycling. Derzeit macht das Expander System rund 200.000 Euro seines Jahresumsatzes aus. Wie bei fast jedem modernen Unternehmen bedeutet eine Steigerung des Bekanntheitsgrades im eigenen Land, die Online-Präsenz deutlich auszubauen. „Wir konzentrieren uns zur Zeit stark auf die sozialen Netzwerke“, fährt Jakobsen fort. „Wir bemühen uns, einmal in der Woche ein Fallbeispiel auf Facebook hochzuladen. Jedes Mal, wenn es dabei um Expander System geht, gewinnen wir einige neue Kunden hinzu. Das müssen wir auch weiterhin zu unserem Vorteil nutzen.“

Da die Preisgestaltung ein entscheidender Faktor ist, um sich auf absehbare Zeit erfolgreich auf dem Markt zu behaupten, ist Viggo Bendz hinsichtlich der aktuellen Aufstellung des Unternehmens sowohl optimistisch, als auch pragmatisch.

„Ja, es dreht sich alles um den Preis“, sagt Jakobsen. „Doch mit Expander System haben wir nicht so viele direkte Mitbewerber. In der Lage zu sein, zuverlässige, langfristige Lösungen anzubieten, gibt uns die Chance, Kunden im Bereich des Abfallrecyclings und andere Unternehmen, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, zu erreichen. Selbst hier in der unmittelbaren Umgebung sind viele Greifer und die unterschiedlichsten Arten von Maschinen im Einsatz. Das Potenzial für uns ist riesig.“

FAKTEN: DIE LÖSUNG
KUNDE: Viggo Bendz.
ENDKUNDE: Stena Recycling.
ORT: Dänemark.
PROJEKT: Bereitstellung einer Lösung für verschlissene Gelenklagerungen an Schrottgreifern.
PRODUKT DER NORD-LOCK GRUPPE: Das Expander System.

ERZIELTE VORTEILE:

  • Längere Lebensdauer der Maschine.
  • Geringerer Wartungsbedarf.
  • Höhere Zuverlässigkeit.
  • Längere Betriebszeiten.

 

Das Expander System: Kostengünstig und nachhaltig

Mit ihrem Fokus auf Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz ist die Abfallrecycling-Industrie wie geschaffen für langfristige Verschraubungslösungen. Greifer sind ständig und lange im Einsatz, um Abfälle aller Art zu sammeln, zu sortieren und zu verteilen. Dadurch tritt im Laufe der Zeit naturgemäß Verschleiß an den Gelenklagerungen auf. Standardmäßige Schraubenverbindungen und Gelenke nutzen sich ab, Maschinen müssen repariert werden, es kommt zu Ausfallzeiten.

Das Expander System zeichnet sich dadurch aus, dass es direkt, ohne aufwendiges Schweißen oder Aufbohren, in die vorhandene Gelenklagerung der Maschine eingebaut wird. Es ist nicht nur kosteneffektiv, da es die Lebensdauer und die verfügbare Betriebszeit der Maschine verlängert, sondern unterstützt auch die Nachhaltigkeitsprinzipien, weil weniger Ausrüstung und Reparaturen erforderlich sind. Durch die Verlängerung der Lebensdauer von Zylinderstangenenden und mechanisch bewegten Bauteilen trägt das Expander System dazu bei, die Sicherheit und Produktivität von Greifern zu verbessern.

Bis heute wurde das Expander System in mehr als 10.000 Maschinen mit über 80.000 verschiedenen Gelenkverbindungen eingebaut. Dabei kommt das System in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz, wie z. B. in der Maschinenbauindustrie, Fertigungswirtschaft, Öl- und Gasförderung, im Bergbau, auf Schiffen und in der Landwirtschaft.

Auf dem Gebiet des Abfallrecyclings ist das Expander System aber nicht die einzige weit verbreitete Lösung der Nord-Lock Gruppe. Eine Reihe von Unternehmen setzt derzeit Produkte der Nord-Lock Gruppe ein, darunter der große britische Abfallentsorger Biffa. Seit 2012 sind alle Mercedes-Lkws mit den Radmuttern der Nord-Lock Gruppe ausgestattet, da sie sich als sicherer, zuverlässiger und preiswerter als Standard-Radmuttern erwiesen haben.

Erfahren Sie mehr über das Expander System

► Video: „Lernen Sie das Expander System kennen“

 

Nie wieder verschlissene Gelenklagerungen

13 September 2017
Kommentar

Text: Nic Townsend

Foto: Nord-Lock ILLUSTRATIONS: Dan Hambe

In vielen Branchen wird der Verschleiß von Gelenklagerungen einfach als unvermeidliche Tatsache akzeptiert. Aber muss das so sein?
Kann das Expander System eine praktikable Lösung bieten?

Erstveröffentlichung Bolted #2 2017.

Bei jeder Maschine mit beweglichen Gelenklagerungen tritt früher oder später Verschleiß auf. Am häufigsten ist dies bei Anwendungen der Fall, die starken Belastungen und Vibrationen ausgesetzt sind, wie etwa Bergbau- und Baumaschinen. Weitere Beispiele sind industrielle Pressen, Windkraftanlagen und Schwenkbrücken. Jede bewegliche Gelenklagerung in praktisch jeder Anwendung verschleißt irgendwann – je höher die Beanspruchungen, desto früher setzt ein solcher Verschleiß ein. Und wenn dies geschieht, gehen Präzision und Kontrolle verloren.

Dass ein Verschleiß von Gelenklagerungen bei der Verwendung konventioneller, gerader Bolzen unvermeidlich ist, hat drei wesentliche Gründe:

  1. Die Lagerungen bestehen in der Regel aus einem weicherem Werkstoff als der Bolzen; dadurch verformen sie sich, wenn sie miteinander in Kontakt stehen.
  2. In den Gelenklagerungen findet keine Druckverteilung statt. Das liegt an dem Spiel zwischen den Lagerungsbohrungen und dem Bolzen, das erforderlich ist, damit der Bolzen montiert werden kann. Bei Belastung des Bolzens wird der gesamte Druck von dem Bolzen auf dünne Linien in den Lagerungsbohrungen übertragen.
  3. Durch das vorhandene Spiel wirkt die Kraft, mit der der Bolzen beaufschlagt wird, bei jeder Änderung der Bewegungsrichtung der Maschine schlagartig und in vollem Umfang auf die Lagerungsbohrungen ein.

Die gängigste Lösung bei verschlissenen Gelenklagerungen ist eine Reparatur durch Schweißen und Aufbohren. Der erste Schritt bei diesem Verfahren besteht darin, die Gelenklagerung lastfrei zu machen und den Bolzen auszubauen. Anschließend muss das Bohrgerät ausgerichtet und an der Maschine „montiert“ werden. Die verschlissenen Lagerungen werden großzügig aufgebohrt, durch Auftragsschweißen wieder verengt und dann durch präzises Bohren zurück auf den ursprünglichen Durchmesser und die entsprechende Toleranz gebracht. Nach dem Entfernen des Bohrgeräts werden die Gelenklagerungen neu gestrichen und am Schluss wird ein neuer Bolzen eingebaut. Der ganze Vorgang kann je nach Größe und Komplexität der Anlage Stunden, aber auch einige Tagen dauern. In dieser Zeit kann die Maschine nicht verwendet werden.

Trotz des Zeitaufwands und der Kosten wird diese Methode allgemeinhin als unvermeidlich akzeptiert. „Das ist einfach eine Sache, die jeder tut, weil alle anderen es auch tun; und niemandem ist bewusst, dass es auch eine andere Möglichkeit gibt“, sagt Jonny Wiberg, Forschungs- & Entwicklungsingenieur bei Expander System. „Reparaturen werden einfach hingenommen und es wird nicht einmal nach einer anderen Lösung gesucht.“

Im Laufe der Jahre haben Ingenieure immer wieder nach besseren Lösungen für das Problem mit verschlissenen Gelenklagerungen gesucht. Keine dieser bisherigen Lösungen hat sich als wirklich effektiv erwiesen. Eine Möglichkeit besteht darin, einen Bolzen zu verwenden, der so stramm wie möglich in den Lagerungsbohrungen sitzt, dadurch das Spiel zwischen den beiden praktisch völlig beseitigt und die bestmögliche Druckverteilung für einen geraden Bolzen gewährleistet. Das macht die Gelenklagerung nicht nur teuer und die Montage des Bolzens schwierig – nach einiger Zeit weiten sich die Lagerungsbohrungen trotzdem wieder auf.

Beim Temperaturverfahren wird der Bolzen tiefgekühlt und in diesem Zustand montiert; eingebaut erwärmt er sich, dehnt sich aus und es entsteht eine perfekte Presspassung in den Gelenklagerungen. Bei diesem Verfahren müssen extrem enge Toleranzen von einigen hundertstel Millimetern (oder Toleranzklasse 6) beim Bolzen und den Lagerungsbohrungen eingehalten werden. Das macht die Gelenklagerung deutlich teurer. Gelenklagerungen, die nach dieser Methode hergestellt sind, werden oft als wartungsfrei betrachtet; tatsächlich aber ist eine Wartung gar nicht möglich, da der Bolzen nicht mehr ausgebaut werden kann.

Eine weitere Lösung besteht darin, die Festigkeit der Gelenklagerungen durch Buchsen zu verbessern. Dadurch wird aber das Einsetzen von Verschleiß nur hinausgeschoben und das Problem nicht vollständig behoben, da die Buchsen während der Lebensdauer der Maschine mehrmals ausgetauscht werden müssen.

Keine dieser Lösungen macht also kostspielige und zeitaufwändige Reparaturen von Gelenklagerungen komplett überflüssig. Im Gegensatz dazu ist das Expander System in der Lage, den Verschleiß von Gelenklagerungen ein für alle Mal zu beseitigen. Bei diesem System wird ein Bolzen mit konischen Enden und Spreizhülsen auf beiden Seiten verwendet. Im eingebauten Zustand dehnen sich die Hülsen radial aus und passen sich der Gelenklagerung so an, dass ein exakter Presssitz entsteht.

Da sich die Hülsen des Expander Systems in die Gelenklagerung ausdehnen, können sie Unebenheiten oder Verformungen ausgleichen. Ein Schweißen oder Aufbohren ist nicht mehr erforderlich. Dies führt zu einer drastischen Verkürzung der Montage- und Ausfallzeiten der Maschine. Der zeitaufwändigste Teil bei der Installation des Expander Systems ist die Demontage und der Ausbau des Originalbolzens – wobei dieser Arbeitsschritt aber auch vor dem Schweißen und Aufbohren notwendig ist. In einem jüngsten Beispiel wurde das schwedische Unternehmen Expander System zu einem Kostenvergleich für einen 70 Millimeter-Bolzen aufgefordert. Unter Berücksichtigung der Kosten des Spreizbolzens, der Kosten für den Aus- und Einbau des Bolzens sowie des Umsatzverlustes durch die Ausfallzeit wurden die Gesamtkosten der Expander System-Lösung mit rund 500 Euro berechnet. Ein herkömmlicher Bolzen kostet etwa ein Drittel, während die Kosten für den Ausbau und die Montage die gleichen sind. Die für das Aufbohren und den Transport der Bohrausrüstung benötigte Zeit sowie der finanzielle Verlust durch die deutlich höheren Stillstandszeiten trugen dazu bei, dass sich die Schätzung der Gesamtkosten am Ende auf über 2.300 Euro belief.

Der Einsatz des Expander Systems macht zwar nicht das Aufbohren, sehr wohl aber das Schweißen komplett überflüssig. Über die gesamte Lebensdauer treten an der jeweiligen Gelenklagerung keine Verschleißprobleme mehr auf. Bei herkömmlichen Bolzen würde der Verschleiß unweigerlich zurückkehren und der Reparaturvorgang müsste wiederholt werden. In einer typischen Anwendung ist dies über die gesamte Lebensdauer einer Maschine drei bis vier Mal oder alle 3.000 oder 4.000 Stunden der Fall. Das bedeutet, die Kosteneinsparungen können für jede einzelne Maschine mehrere Tausend Euro betragen.

Wie aus einem rostigen Nagel eine preisgekrönte Innovation wurde

In den 1950er Jahren bauten die Zwillingsbrüder Everth und Gerhard Svensson Straßen in ganz Schweden und wurden immer frustrierter, weil verschlissene Gelenklagerungen wieder und wieder zu Ausfallzeiten und Reparaturen führten. Als sich eines Tages erneut ein Gelenkbolzen löste, improvisierte Everth und nahm einen alten rostigen Nagel, um den Bolzen in der Lagerungsbohrung zu fixieren.

Als Notlösung gedacht funktionierte dieser rostige Nagel so gut, dass er Everth zur Entwicklung des Expander Systems inspirierte. Viele Jahre lang setzten die Zwillingsbrüder Expander-Produkte bei ihren Straßenbauprojekten ein. Doch erst 1986, als Everths Sohn Roger erkannte, wie genial die Lösung seines Vaters ist, wurde das Konzept patentiert und das Unternehmen Expander System Sweden AB gegründet. 1987 wurde das Expander System vom schwedischen Industrieminister mit dem Innovation Development Award in Erinnerung an Alfred Nobel ausgezeichnet.
Heute ist das Expander System in Millionen von Maschinengelenken auf der ganzen Welt eingebaut.

Mehr als 6,000 zusätzliche Betriebsstunden

Verschleiß ist ein weitverbreitetes Problem bei Gelenklagerungen von Maschinen. Es hat die Benutzer von Maschinen im Laufe der Jahre viel Geld gekostet – sowohl für Reparaturen, als auch hinsichtlich der Ausfallzeiten. Das Expander System kann dem ein für alle Mal ein Ende setzen.

Das Expander System ist in den meisten Fällen teurer als ein herkömmlicher gerader Bolzen. Aber bei sorgfältiger Berücksichtigung aller Kosten, einschließlich der Zeit und Kosten, die mit dem Schweißen und Aufbohren verbunden sind sowie des Produktionsverlustes durch Ausfallzeiten, erweist sich das Expander System als wesentlich kostengünstiger. Das volle Ausmaß der Einsparungen hängt von vielen verschiedenen Variablen ab, aber in aller Fairness lässt sich sagen, dass die möglichen Einsparungen umso höher sind, desto öfter Verschleiß an Gelenklagerungen auftritt und je höher die Kosten der Ausfallzeiten sind.

Für den schwedischen Baumaschinenhändler Maskinia AB bedeutet jede Minute Stillstandszeit für Maschinenreparaturen, dass bares Geld verloren geht. Aus diesem Grund setzt das Unternehmen seit 1999 das Expander System ein.

Vor kurzem wurde ein Bagger nach 3.700 Betriebsstunden zur Reparatur angeliefert. Mithilfe des Expander Systems konnte der Bolzen an der Gelenkverbindung zum Ausleger in nur 6 Stunden gewechselt werden. Im Gegensatz dazu hätte die Reparatur durch einen herkömmlichen Bolzen mit dem üblichen Schweißen und Aufbohren 3-4 Tage gedauert.

Lars Malmén, Aftermarket-Manager bei Maskinia, erklärt: „Das Expander System kostet zwar mehr als ein traditioneller Bolzen, aber wenn man die Reparaturzeiten und Ausfallzeiten mit den entsprechenden Umsatzverlusten mit einrechnet, fällt das Ergebnis eindeutig zugunsten des Expander Systems aus. Wenn Sie dann noch die Tatsache berücksichtigen, dass Expander eine 10-jährige Funktionsgarantie anbietet, können Sie sich auf mindestens 10.000 problemlose Betriebsstunden verlassen – im Vergleich zu den 3.700 Stunden, die für einen herkömmlichen Bolzen als normal gelten.“

 

Lernen Sie Expander System kennen

Ansehen: „Holen Sie das Beste aus Ihrer Maschine heraus.“

Neue Bolted Ausgabe ab sofort erhältlich!

Die 2017 September Ausgabe des Bolted Magazins ist ab sofort erhältlich! Wie bei jeder Ausgabe, haben wir das Magazin mit interessanten Fällen und Einblicken aus der Welt der Verschraubung gefüllt.

In dieser Ausgabe konzentriert sich unser Themenartikel auf Gelenkverschleiß, der ein verbreitetes Problem bei Gelenkverbindungen ist. Aber warum tritt er auf, welche Lösungen gibt es und lösen sie wirklich die Ursache des Problems?

Erfahren Sie mehr über das Expander System in unserem Anwendungsfall, bei dem wir das dänische Unternehmen Viggo Benz besuchten, das Geräte zum Zerkleinern, für den Abriss und zum Sortieren liefert.

Sehen Sie auch, wie Nord-Lock Keilsicherungsscheiben Transportbehälter sichern, die radioaktive Stoffe transportieren, wo es zu keinem Materialversagen kommen darf.

Und verpassen Sie nicht, wie und warum wir jetzt eine lebenslange Garantie für unser Produktsortiment anbieten.

Das Bolted Magazin ist in 9 Sprachen erhältlich – laden Sie sie jetzt herunter:
Englisch
Deutsch
Französich
Swedisch
Finnisch
Japanisch
Chinesisch
Koreanisch
Spanisch

Wollen Sie Ihr Exemplar des Bolted Magazins gerne per Post zugeschickt bekommen? Melden Sie sich jetzt hier für ein kostenloses Abo an!

Entstehung und Entwicklung der Expander System Gruppe

12 Juli 2017
Kommentar

Text: Ulf Wiman

Foto: Stefan Jerrevång

Die Expander System Gruppe, neueste Akquisition der Nord-Lock Gruppe, teilt sich viele Kunden mit ihrer neuen Muttergesellschaft und die Geschichte der beiden Unternehmen weist bemerkenswerte Parallelen auf. Beide wurden fernab der Metropolen an einem abgelegenen Ort in Schweden gegründet und sind aus einer innovativen Idee heraus entstanden. Im Fall von Expander wurde aus einem rostigen Nagel eine marktführende Technologie für Gelenklagerungen. Der Gründer und ehemalige Eigentümer Roger Svensson erzählt die Geschichte.

Erstveröffentlichung Bolted #1, 2017.

Womit beschäftigt sich Expander?
„Unser patentiertes Expander System ist eine hochmoderne und kostengünstige Lösung, die das Problem mit verschlissenen oder ausgeschlagenen Gelenklagerungen in Bau-, Forst-, Bergbau- und anderen Schwermaschinen ein für alle Mal löst. In die Gelenklagerung eingebaut erhöht ein beidseitig fixierter aufspreizender Gelenkbolzen die Stabilität und Sicherheit. Ein Schweißen oder Aufbohren von abgenutzten Gelenklagerungen ist nicht mehr erforderlich. Das System wurde problemlos mit weit über 50.000 Betriebsstunden in der Praxis getestet.“

Wie ist das Unternehmen entstanden?
„Mein Vater Everth und sein Zwillingsbruder Gerhard führten in den 1950er-Jahren Straßenarbeiten durch, damals mit nur einer Planierraupe. Maschinengelenke und -gelenklagerungen sind anfällig für Abnutzung und Verschleiß, was zu teuren Ausfallzeiten und Reparaturen führt. Als provisorische Lösung schlugen sie einen rostigen Nagel in die Gelenklagerung, um den Spalt zu schließen. Das funktionierte erstaunlich gut und so entstand die Idee zur Entwicklung der Technologie.“

Wann sind Sie eingestiegen?
„Sie schilderten mir ihre Ideen und mir war sofort klar, welches Potenzial darin steckt. Mein Vater und ich gründeten das Unternehmen dann 1986. Schon sehr früh haben wir zusammen mit Computertechnikern ein parametergesteuertes CAD-System entwickelt. Das hat sich als unschätzbares Werkzeug erwiesen, da jedes Expander System individuell auf die jeweilige Kundenanwendung zugeschnitten wird.

In den 1990er Jahren haben wir dann in neue geografische Absatzgebiete expandiert. Nordamerika ist ein riesiger Markt und 1997 zog ich dorthin, um geschäftlich Fuß zu fassen. Nachdem der Start erfolgreich war, haben wir 2006 unsere eigene Produktionsstätte in Nordamerika eröffnet.“

Warum haben Sie das Unternehmen verkauft?
„Für neu entstehende enorm große Märkte, wie etwa Südamerika, ist eine lokale Präsenz erforderlich. Ich hatte die Wahl, entweder mein eigenes Netzwerk aufzubauen oder an jemanden zu verkaufen, der schon über ein weltweites Netzwerk aus Tochtergesellschaften und Vertriebshändlern verfügt. Wir hatten bereits mit Nord-Lock zusammengearbeitet und nach mehreren Gesprächen mit Ola Ringdahl, CEO der Nord-Lock Gruppe, war ich sicher, dass die Nord-Lock Gruppe perfekt passt.“

Was trägt Expander zur Nord-Lock Gruppe bei?
„Das Verständnis von Reparatur und Wartung hat sich in letzter Zeit stark gewandelt, und dadurch ist ein riesiges Marktpotenzial für das Expander System entstanden. Wir haben gerade einmal an der Oberfläche gekratzt.

Außerdem hatten wir und die Nord-Lock Gruppe oft gemeinsame Kunden, aber mit verschiedenen Problemen. Indem wir unsere Lösungen zusammenbringen – die sich dabei gegenseitig befruchten – stärken wir unser Portfolio und unsere Produktpalette enorm, und davon profitieren letztendlich unsere Kunden.“

Fakten: Roger Svensson
Position: Gründer und ehemaliger CEO der Expander System Gruppe.
Alter: 56.
Wohnhaft: Sedona, Arizona, USA.
Hintergrund: Studium der Wirtschaftslehre/Politologie an der UCLA (Doppelabschluss). Mitglied des UCLA-Teams, das 1982 die renommierten NCAA-Schwimmmeisterschaften gewann. War bei anderen Unternehmen in verschiedenen Positionen tätig, bevor er 1986 zusammen mit seinem Vater Expander gründete. „Ich war schon immer Unternehmer.“
Hobby: Musik: Singt, spielt Gitarre und schreibt eigene Songs. Arbeitet zurzeit an seinem Debütalbum. Außerdem malt er und liebt das Schreiben.

Keine Ausfallzeiten dank innovativer Gelenkbolzen

15 Juni 2017
Kommentar

Text: Alastair Macduff

Foto: Rambooms

Erstveröffentlichung Bolted #1, 2017.

KUNDE: Rambooms
BEREICH: MEHR ALS 40 MODELLE VON 450 KG BIS 20 TONNEN
ENDKUNDEN: HERSTELLER VON ZERKLEINERUNGSANLAGEN UND STEINBRUCHBETREIBER
VERWENDETES PRODUKT: EXPANDER SYSTEM-TECHNOLOGIE FÜR GELENKLAGERUNGEN
ANWENDUNGEN: AUSLEGERSYSTEME FÜR GESTEINSBRECHER

RAMBOOMS OY ist ein weltweiter Anbieter von Auslegersystemen für Gesteinsbrecher und liefert seine Produkte an Hersteller von Zerkleinerungsanlagen und Steinbruchbetreiber. Die Systeme des finnischen Unternehmens werden zur Zerkleinerung großer Gesteinsbrocken eingesetzt.

Bei solchen extrem harten Einsatzbedingungen zählen verschlissene Gelenklagerungen zum normalen Alltag und früher setzte das Unternehmen auf eine hauseigene Lösung, um diesen Verschleiß zu verhindern. Allerdings brachte diese Lösung – im Grunde nichts anderes als eine konische Verriegelung – einige Probleme mit sich. Außerdem trafen Rambooms eigene Bolzen nicht fertig montiert, sondern in Einzelteilen im Werk ein, so dass sie komplett neu verpackt werden mussten, um als Ersatzteile weiter verschickt zu werden.

2009 traf das Unternehmen die Entscheidung, die Expander System-Technologie für Gelenklagerungen zu testen und war mit den Ergebnissen äußerst zufrieden. Die Expander-Gelenkbolzen werden bereits vollständig montiert geliefert. Diese Tatsache stellt in einer wettbewerbsintensiven Branche eine erhebliche Zeit- und Kosteneinsparung dar. Für Monteure gestalten sich die Montage und Verriegelung sehr viel einfacher, als es bei der früheren Lösung des Unternehmens der Fall war.

Das Expander System bietet Rambooms nun ein sicheres Gefühl, denn seitdem das Unternehmen dieses System verwendet, treten keine Kundenprobleme mit verschlissenen Gelenklagerungen mehr auf. Außerdem haben sich die Lieferzeiten deutlich verkürzt, da Expander immer genug Produkte auf Lager hat, die sofort verschickt werden können.

„Unsere Kunden haben erkannt, dass die Expander-Technologie für Gelenklagerungen eine gute Qualität bedeutet. Davon profitiert unser Geschäft und unser Unternehmen“, sagt Samppa Varhomaa, Produktmanager bei Rambooms Oy.

Das Expander System wird beim Anziehen der Befestigungselemente in der Gelenklagerung der jeweiligen Maschine verriegelt. Die beidseitige Fixierung sorgt für mehr Stabilität und Sicherheit und ermöglicht eine einfache Montage und Demontage.

Lernen Sie das Expander System kennen

Holen Sie das Beste aus Ihrer Maschine heraus?

Verschlissene Gelenklagerungen sind ein häufiges Problem bei allen Maschinen. Expander Gelenkbolzen erlauben Ihnen, kostspielige und zeitraubende Reparaturen zu vermeiden.

Schauen Sie Jonny, unserem Ingenieur bei Expander System zu, der die Expander-Technologie erklärt. Sie bietet eine dauerhafte sung für Ihr Problem der verschlissenen Gelenklagerungen.

Finden Sie heraus, wie Expander System laut unseren Kunden Zeit und Geld in Branchen wie Bau, Forstwirtschaft und Bergbau gespart hat. ► Anwendungsbeispiele finden Sie hier

Messerückblick – Fastener Fair 2017

Letzte Woche fand in Stuttgart die Fastener Fair statt, die internationale Leitmesse der Verbindungs- und Befestigungsindustrie findet alle zwei Jahre statt und zieht tausende Fachbesucher an. Wir bedanken uns bei allen Besuchern, die auf unserem Stand vorbeigeschaut haben!

Auf unserem Messestand stellten wir neben der original Nord-Lock Keilsicherungstechnologie auch die Superbolt Spannelemente, die hydraulischen Spannwerkzeuge von Boltight und das Expander System aus. Als das Highlight der Messe und als erstes Unternehmen in der Branche stellten wir mit der Lifetime Warranty eine lebenslange Garantie auf unsere Produkte aus allen vier Divisionen vor. Dies bedeutet, dass über die gesamte Lebensdauer einer Schraubenverbindung die gesicherte Funktion garantiert wird. Weitere Highlights waren der hydraulische Spreizbolzen HYFiT, das hydraulisch-mechanischen Vorspannwerkzeug VersaTite, beides Neuheiten der Produktdivision Superbolt, sowie die Bekanntgabe der Kältebeständigkeit der original Nord-Lock Keilsicherungsscheiben bei bis zu -50 Grad Celsius. Einen kurzen Rückblick finden Sie im folgenden Video.

Wir freuen uns auf ein Treffen auf einer der nächsten Messen!