Der Mythos: Eine kleinere Gewindesteigung ist dauerhaltbarkeitsmindernd wegen größerer Kerbwirung.

Der Mythos: Eine kleinere Gewindesteigung ist dauerhaltbarkeitsmindernd wegen größerer Kerbwirung.

Die Wahrheit: Eine pauschale Aussage ist, wie so oft, auch in diesem Fall nicht möglich. Das liegt an den sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren. In der Literatur findet man dazu verschiedene zum Teil widersprüchliche Aussagen. Umfassende Untersuchungen zum Einfluss der Gewindesteigung wurden von Wiegand und Strigens durchgeführt. Im folgenden Diagramm (a) ist der Einfluss der Gewindesteigung auf die Dauerhaltbarkeit von Schraubenverbindungen dargestellt.

In Abhängigkeit von der Festigkeitsklasse ergibt sich ein unterschiedliches Verhalten. Die Dauerhaltbarkeit hochfester Schrauben 12.9 nimmt mit zunehmender Gewindefeinheit ab. Ursache ist die zunehmende Kerbwirkung. Mit abnehmender Festigkeit und zunehmender Zähigkeit des Schraubenmaterials ist dieser Effekt nicht mehr erkennbar.

Bei Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 ist ebenfalls eine Abnahme der Dauerhaltbarkeit zu erkennen. Aufgund des zunehmenden Spannungsquerschnittes bei Feingewinden wird die abnehmende Dauerhaltbarkeit kompensiert. Die ertragbare Schwingkraft (Diagramm b) bleibt praktisch konstant.

Einflussfaktoren im Zusammenhang mit der Gewindesteigung gibt es mehr, als die erwähnten. Dazu gehören z.B. die Verschiebung des Kraftangriffspunktes, der Kernradius, die Kerbtiefe, die Verteilung der Schraubenkraft auf die Gewindegänge sowie die Kerbempfindlichkeit des Bolzenwerkstoffes.

Der Mythos: Eine kleinere Gewindesteigung ist dauerhaltbarkeitsmindernd wegen größerer Kerbwirung

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