„Sicherheit und Qualität sind oberstes Gebot“

Die Ventrile von Velan erfüllen kritische Aufgaben in Kernkraftwerken auf der ganzen Welt. Jean-Luc Mazel, Industrial Director bei Velan SAS, der französischen Tochtergesellschaft von Velan Inc, spricht über Sicherheit, die Nachwirkungen der Reaktorkatastrophe von Fukushima und die Bedeutung sicherer Schraubenverbindungen in der Nuklearindustrie.

Welche Rolle spielt Velan in der Nuklearindustrie?
„Velan hat bereits kurz nach der Unterneh-mensgründung in den 1950er Jahren damit begonnen, die zu diesem Zeitpunkt gerade erst entstehende Nuklearindustrie zu beliefern. Dazu gehörten Ventile für das erste US-amerikanische Atom-U-Boot (die US Nautilus) und das Oak Ridge National Lab. In den Sechzigern entwickelte Velan dann sein komplettes Produktsortiment aus geschmiedeten Ventilen und wurde Zulieferer für die nord-amerikanischen Kernreaktoren. Heute beliefert Velan als eines der führenden Unternehmen auf diesem Sektor etwa 350 Kernkraftwerke weltweit mit Ventilen, die der Geheimhaltung unterliegen. Ein Atomkraftwerk benötigt etwa 20.000 Ventile für den nuklearen und den konventionellen Teil. Davon befinden sich ungefähr 200 große, sicherheitsrelevante Ventile in dem nuklearen Teil. Wir liefern sowohl diese Ventile, als auch rund 4.000 kleinere, modular aufgebaute Wartungsventile, die in die Sicherheitssysteme integriert sind.“

Wie hat es Velan geschafft, eine solche Führungsrolle in der Nuklearindustrie zu übernehmen?

„Wir besitzen große Erfahrung und wir haben immer versucht, die richtigen Produkte für diesen sehr anspruchsvollen Markt zu entwickeln. Weitere Faktoren sind unsere Konzentration auf Produktqualifikationen, die enorme Menge an operativem Feedback und Erfahrungen, die wir im Laufe der Jahre gesammelt haben, und die Tatsache, dass unser Unternehmen groß genug ist, weltweit umfangreiche Kernenergieprojekte durchzuführen.“

Wie hat sich die Reaktorkatastrophe in ­Fukushima für Velan bemerkbar gemacht?
„Der plötzliche Baustopp, der bei vielen neuen Kernkraftwerken verhängt wurde, hat sich moderat auf unsere Geschäftstätigkeit ausgewirkt. Allerdings ist die Nachfrage nach Sicherheitsmodifikationen und Ersatzteilen von Betreibern bereits vorhandener kerntechnischer Anlagen gestiegen. Außerdem hat Fukushima dazu geführt, dass das Bewusstsein für Sicherheit, Zuverlässigkeit und Qualität noch weiter geschärft wurde, was zu 100 % unserem ­Geschäftsansatz entspricht.“

Sicherheit hat in der Nuklearindustrie oberste Priorität. Was bedeutet das für Schraubenverbindungen?
„Schraubenverbindungen sind ein Schlüs-selelement in der Konstruktion unserer Ventile. Sie müssen nicht nur die Zuverlässigkeit der druckbeaufschlagten Teile gewährleisten, sondern auch die Leistungsfähigkeit von motorbetätigten Ventilen garantieren, wenn diese verschiedenen Belastungen ausgesetzt sind. Nachdem alle Kräfte, die auf die Schraubenverbindung einwirken, berechnet worden sind, ist es von entscheidender Bedeutung, dass die entsprechende Vorspannung unabhängig von den externen Kräften auch während des Betriebs beibehalten wird. Dies macht deutlich, wie wichtig die Verwendung einer zuverlässigen Lösung ist, um die permanente Sicherung der Verbindung auf lange Sicht zu gewährleisten.“

Viele Kunden geben an, dass Nord-Lock Produkte kosteneffizient sind und sie in die Lage versetzen, ihre Produktion zu verein­fachen. Gilt das auch für Velan?

„Obwohl es wichtig ist, die Kosten unter Kontrolle zu halten und die Produktion zu vereinfachen, sind Sicherheit und Qualität nach wie vor die entscheidenden Faktoren in unserer Branche. Wenn alle Beanspruchungen, die bei der Auswahl von Sicherungsscheiben eine Rolle spielen, bereits zu einem frühen Zeitpunkt in der Entwurfsphase berücksichtigt werden und unter der Voraussetzung, dass der Entwurf durch eine Qualifikationsprüfung unter realen Betriebsbedingungen und auch in Störungssituationen validiert wird, ist klar erkennbar, dass die Nord-Lock Lösung zusätzliche Sicherheit für kerntechnische Anlagen bietet und auch den Wartungsaufwand verringert.“

Jean-Luc Mazel über Schraubenverbindungen in der Nuklearindustrie

FAKTEN: Jean-Luc Mazel
Position: Industrial Director bei Velan SAS, der französischen Tochtergesellschaft von Velan Inc.
Hintergrund: Herr Mazel studierte Maschinenbau an der Ecole Nationale d’Ingénieurs in Frankreich. Er ist seit 1988 bei Velan tätig. Mazel verfügt über langjährige Erfahrung in der Konstruktion und Fertigung von Ventilen für Hochleistungsanwendungen sowie auf dem ­Gebiet von Nuklear- und Tieftemperaturventilen. Vor seiner jetzigen Position war er als Engineering Manager in dem Unternehmen tätig.
Wohnhaft: Lyon, Frankreich.

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