Aus Sicht eines Insiders

Wenn Sie wissen möchten, was auf dem Gebiet der Verbindungselemente so vor sich geht, fragen Sie Salim Brahimi. Er ist die Autorität im Bereich der Wasserstoffversprödung bei Verbindungselementen und aktives Mitglied mehrerer Normungsausschüsse. So ist er z. B. als Vorsitzender des Internationalen Ausschusses F16 des ASTM zu Verbindungselementen und des Beratungsausschusses tätig, der Kanada im technischen Ausschuss 2 zu Verbindungselementen der International Standards Organization (ISO) vertritt. Sein Unternehmen, IBECA Technologies, beschäftigt sich mit der Lösung komplexer Probleme für hochkarätige Projekte und er leitet universitäre Forschungsprogramme zu Materialien und Beschichtungen von Verbindungselementen.

Salim Brahimi - Experte für Verbindungselemente

 

FAKTEN: SALIM BRAHIMI
TITEL: President, IBECA Technologies Corp.
ALTER: 48.
WOHNHAFT: Montreal, Kanada.
HINTERGRUND: Master of Engineering in der Metallurgie und Management-Diplom. Mehr als 25 Jahre Erfahrung mit Verbindungselementen, Qualitätssystemen und Prozessoptimierung. In mehreren Normungsorganisationen aktiv (z. B. ASTM). Leiter des Forschungsprogramms zur Wasserstoffversprödung bei Verbindungselementen an der McGill University in Montreal.

Können Sie uns einige aktuelle Trends auf dem Gebiet der Verbindungselemente nennen?
„Da es sich bei den meisten Verbindungselementen um serienmäßig hergestellte Massenprodukte handelt, ist die Wirtschaftlichkeit von entscheidender Bedeutung. Die Fähigkeiten der Hersteller variieren und obwohl die Fachkenntnisse besser werden, ist noch keine Konsistenz vorhanden. Die Fertigung sollte sich auf die Herstellung von Mehrwertprodukten konzentrieren, zum Beispiel für die Automobil- und Luft- und Raumfahrtindustrie.“

Mit welchen Herausforderungen sehen wir uns in der Zukunft konfrontiert?
„Neben der Produktion von Massenprodukten zu einem wettbewerbsfähigen Preis besteht die Herausforderung auch darin, die Qualität und Beständigkeit von Produkten aufrecht zu erhalten, die in kritischen Anwendungen zum Einsatz kommen. Dies erfordert qualitativ hochwertiges Personal, aber derzeit gibt es keinen institutionellen Ansatz für die Ausbildung, der sich auf die Wertschöpfungskette von Verbindungselementen konzentriert. Es wird in hohem Maße darauf vertraut, Know-how und das Wissen, wie eine Maschine zu bedienen ist, aber auch, wie Normen funktionieren, weiterzugeben.“

Was steuern die Normungsorganisationen bei?
en sind die technischen Blaupausen, die den Handel erleichtern. Ich kann gar nicht genug betonen, dass Experten aus der ganzen Welt daran beteiligt sind. Wie wichtig das ist, wissen die Menschen nicht unbedingt zu schätzen. Aber ich bin stolz, Teil davon zu sein.“

Erzählen Sie uns etwas über die Arbeit der Normungsorganisationen.
„Konsensorientierte Normungsorganisationen haben alle ihre jeweiligen Perspektiven, geografische Verbreitung und Struktur. Fachausschüsse in der ISO und der europäischen CEN bestehen aus Expertendelegationen, die jedes der Mitgliedsländer vertreten, während sich die Fachausschüsse in den nordamerikanischen Organisationen, wie z. B. ASTM und ASME, aus Personen zusammensetzen, die auf freiwilliger Basis mitwirken. Dadurch können sie schneller auf Markttrends reagieren. Unabhängig von dem Modell steht am Ende der Expertenkonsens. Wenn Sie Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenzubringen, werden die Ergebnisse eingehend geprüft, wodurch robuste Normen entstehen.“

Gibt es noch weitere Unterschiede?
„In Nordamerika haben wir sowohl metrische, als auch zöllige Verbindungselemente, und um die Dinge noch komplizierter zu machen, hat der US-Markt sein eigenes, unabhängiges metrisches System. Aber in der Praxis hat sich hinsichtlich der metrischen Norm weltweit die ISO durchgesetzt. Der Trend geht dahin, dass sich die USA und Kanada der ISO-Norm unterordnen. Gleichzeitig wollen sie aber auch ein Mitspracherecht und sind in der ISO zunehmend aktiv.“