„Eine einzigartige Technologie entsteht“

LAURENCE CLAUS hat eine Leidenschaft. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der US-amerikanischen Verbindungselemente- und Fahrzeug­zulieferindustrie treibt ihn der Wunsch, sein Wissen zu teilen. Mittlerweile führt er eine eigene Firma, die Unternehmen in der Fertigungs- und Automobilindustrie Schulungen und Beratungsdienstleistungen im Zusammenhang mit Verbindungselementen bietet.

Welche Wissenslücken sehen Sie in Hinsicht auf Verbindungselemente in der modernen Arbeitswelt?
„In Nordamerika nimmt der Altersdurchschnitt der allgemeinen Belegschaft immer weiter zu und Unternehmen haben es schwer, erfahrene Mitarbeiter zu ersetzen. In den USA gehen jeden Tag mehr als 10.000 „Babyboomer“ in den Ruhestand. Ihnen folgt ein großer Zustrom der „Generation Y“ und daraus resultiert, dass Arbeitskräfte neu ausgebildet werden müssen.“

„Menschen der Generation Y denken über die Arbeit ganz anders als ihre Vorgänger, werden aber vor allem von Arbeitgebern angezogen, die Interesse an ihnen zeigen. Das ist zwar positiv, stellt aber für Unternehmen eine Herausforderung dar, denn sie müssen in die Ausbildung neuer Mitarbeiter investieren.“


Können Sie uns einige aktuelle Trends auf dem Gebiet der Verbindungselemente in der Fertigungs- und Automobilindustrie nennen?

„Im Vergleich zu Europa hat sich die US-amerikanische Schraubenindustrie nur langsam selbst modernisiert. Ich glaube, dass Unternehmen hier damit beginnen, neu zu investieren und sich selbst neu zu erfinden. In den letzten Jahren drehte sich fast alles um Lean Manufacturing und Erhöhung der Effizienz.“

„Heute steht in der Automobilindustrie die Gewichtsreduzierung, d. h. der Leichtbau, im Mittelpunkt. Automobil-OEMs entwickeln zunehmend gemischte Materialstrukturen mit dem Fokus auf Aluminium, Verbundwerkstoffe und ultrahochfesten Stahl. Dies ist jedoch nicht möglich, ohne die Voraussetzungen für eine entsprechende Verbindungstechnik zu schaffen. Hybride, nicht-traditionelle Kombinationen wie Aluminium/Aluminium, Aluminium/Stahl oder Magnesium/Stahl sind immer häufiger anzutreffen.“

Mit welchen Herausforderungen sind Endnutzer im Zusammenhang mit Multi-Material-Verbindungen konfrontiert?
„Hier entsteht eine einzigartige Technologie, deren Vorreiter europäische Unternehmen sind. Autos wurden schon immer zusammengeschweißt. Bei gemischten Werkstoffen funktioniert das aber nicht mehr. Um den Anforderungen dieser neuen Multi-Material-Verbindungen gerecht zu werden, setzen innovative Unternehmen sogenannte gewindeformende Flow Drill-Schrauben und Reibschweiß-Technologien ein.“

Wie wichtig ist es, bei der Auswahl von Verbindungselemente auch über die Lebenszykluskosten nachzudenken?
„Die Automobilindustrie ist sehr kostenbewusst, aber einer unserer Kunden musste zu seinem Leidwesen erfahren, dass der Preis bei der Auswahl eines Zulieferers nicht an erster Stelle stehen sollte. Seine preisbestimmte „Strategie“ hatte zwei negative Folgen. Es kam zu erheblichen Qualitätseinbußen – er sparte kurzfristig Geld, machte aber langfristig gesehen Verluste. Außerdem musste er feststellen, dass Zulieferer, die ihn früher bei technischen Fragen mit Rat und Tat unterstützt hatten, nun nicht mehr in der Lage waren, ihm zu helfen. Und das hat sich äußerst negativ auf sein Geschäft ausgewirkt.“

„Ich glaube, dass das Pendel nun wieder in die andere Richtung schwingt. Verbindungselemente sind keine einfachen Produkte und Kunden, die früher keine angemessenen Preise für Komponenten zahlen wollten, sind jetzt eher bereit dazu. Sie wachen auf und werden sich der größeren Zusammenhänge bewusst.“

Laurence Claus - Verbindungselemente- und Fahrzeugzulieferindustrie

FAKTEN: Laurence Claus

Titel: President, NNi Training and Consulting, Inc.
Alter: 49.
Wohnhaft: In einem Vorort im Norden von Chicago, Illinois.
Hintergrund: Diplom als Maschinenbauingenieur. Über 25 Jahre Erfahrung in der Verbindungselemente- und Fahrzeugzulieferindustrie. War die meiste Zeit seiner Laufbahn für einen Hersteller von Verbindungselementen für die Automobilindustrie tätig, die letzten Jahre als Vice President of Technology and Engineering. Hat vor vier Jahren NNi gegründet.
Hobby: Seine Familie. Er hat fünf Kinder in einem Alter zwischen 2 und 10 Jahren. NNi ist nach seinen ersten drei Kindern benannt – Noah, Nathan und Isaac.

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