Das Leben Offshore sicherer machen

Herabfallende Gegenstände sind die häufigste Ursache für Unfälle in Offshore-Anlagen. Ein Faktum, das der norwegische Ingenieur Johan Kolstø ändern wollte. Er steht hinter dem Projekt Statoil Hydro Health Safety & Environment (HSE), das die Industrienorm für die Handhabung herabfallender Gegenstände auf Ölplattformen gesetzt und somit Leben gerettet sowie Zeit und Geld gespart hat.

Johan Kolstø - Statoil Hydro Health Safety & Environment (HSE)

Beschreiben Sie bitte das HSE-Projekt, für das Sie verantwortlich waren.
„Unser Ziel war es, die Zahl herabfallender Gegenstände auf Offshore-Anlagen zu reduzieren. Damals gab es noch keine Vorschriften, also untersuchten wir mögliche Maßnahmen zur Sicherung loser Gegenstände und entwickelten Inspektionsrichtlinien für herabgefallene Gegenstände. Zwischen 2004 und 2006 konnten wir die Zahl herabfallender Gegenstände bei Statoil Hydro halbieren, und unser Handbuch zur besten Vorgehensweise bildete die Grundlage für die Industrienorm bei der Handhabung herabfallender Gegenstände, die von der Vereinigung der norwegischen Ölindustrie empfohlen wird.“

Warum stellen herabfallende Gegenstände ein Sicherheitsrisiko dar?
„Mehr als 60 Prozent der schweren Unfälle auf Offshore-Anlagen werden durch herabfallende Gegenstände verursacht. Hierbei muss man den Fallenergiefaktor berücksichtigen, d. h. was passiert, wenn ein 1-kg-schweres Teil aus einer Höhe von 30 m herunterfällt …“

Können Sie ein Beispiel nennen?
„Ich erinnere mich an einen Zwischenfall, bei dem ein kleines Rohrstück, das ca. 30 kg wog, ungesichert auf einem oberen Deck zurückgelassen worden war. Auf dem darunter liegenden Deck waren Arbeiten im Gang, und im oberen Deck gab es einen Spalt. Das Rohrstück rollte auf dem oberen Deck vor und zurück – und fiel durch den Spalt, traf auf ein Rohr auf, prallte ab und traf einen Mann am Hinterkopf, der sofort tot war.“

Wie hätte man diesen Unfall verhindern können?
„Es ist von größter Wichtigkeit, lose Gegenstände zu sichern! In unserem Handbuch zur besten Vorgehensweise empfehlen wir ausdrücklich das Schraubensicherungssystem von Nord-Lock für Verbindungen, die Vibrationen ausgesetzt sind, wie z. B. Gitter, Lautsprecher, Kabelkanäle, Leitern und Geländer, aber die Einsatzmöglichkeiten sind schier unbegrenzt. Der technische Aufbau ist hervorragend – es ist extrem zuverlässig und lässt sich einfach überprüfen. Ich habe tatsächlich noch nie gehört, dass sich ein Nord-Lock-System gelöst hätte.“

Was ist an Nord-Lock Produkten so speziell?
„Die Keilsicherungsscheiben! Ihr technischer Aufbau sorgt dafür, dass die Spannung immer erhalten bleibt und sich der Verbund einfach nicht lösen kann, unabhängig von der Bewegung oder der Vibration, der er ausgesetzt ist.“

Was raten Sie allen, die mit Offshore-Sicherheit arbeiten?
„Wer findet, dass Sicherheit teuer ist, hat keine Ahnung, wie viel ein Unfall kostet! Normalerweise kommt es nicht zu Unfällen, aber wenn Gegenstände nicht vorschriftsmäßig gesichert und überprüft werden, geht früher oder später etwas schief. Die Konsequenzen können katastrophal sein, sowohl im Hinblick auf Unfälle als auch auf Beschädigungen, die Geld kosten und zu Arbeitsausfällen führen. Für mich und meine Kollegen geht es darum, die Leute kontinuierlich und systematisch auszubilden, ein systematischer Ansatz bei der Erkennung und Kontrolle möglicher Risiken ist das A und O. Wenn man im Einklang mit unseren Empfehlungen die beste Vorgehensweise erarbeitet und sicherstellt, dass lose Gegenstände vorschriftsmäßig gesichert werden, können Unfälle dieser Art vermieden werden.“

FAKTEN: JOHAN KOLSTØ
Alter: 62
Auftrag: Als Berater der Dropped Object Management Group entwickelt er Schulungen und Inspektionsrichtlinien in Zusammenhang mit der Handhabung herabfallender Gegenstände für im Bereich Ölindustrie tätige Organisationen.

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